Epilepsie Selbsthilfegruppe Hamburg-Mitte

 
 

 

 

 

 

Grippeimpfung bei Epilepsie besonders wichtig

Kinder und Jugendliche mit neurologischen Erkrankungen haben, wenn sie aufgrund eine Grippeerkrankung stationär behandelt werden, offenbar ein besonders hohes Risiko für ein Lungenversagen. Dies ergab eine kürzlich veröffentlichte amerikanische Studie des Children's Hospital of Philadelphia mit 745 Kindern, die zwischen Juni 2000 und Mai 2004 aufgrund einer Influenza in der Kinderklinik therapiert worden waren (JAMA, The Journal of the American Medical Association 2005; 294: 2188-2194). Bei insgesamt 12% der Kinder, bei denen zusätzlich eine neurologische Erkrankung vorlag, trat im Laufe der klinischen Behandlung ein Versagen der Atmung auf. Bei Patienten mit einer Refluxkrankheit des Magens oder bei Kindern, die zu früh zur Welt gekommen waren, konnten im Vergleich dazu keine derartigen Beobachtungen gemacht werden. Diese Untersuchungsergebnisse veranlasste das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) der US-Centers of Disease Control and Prevention (CDC), die Impfkommission der U.S.A., dazu, ihre so genannten Leitlinien bzw. Empfehlungen zur Grippe-Impfung zu erweitern. Demnach raten sie jetzt auch bei Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen, wie z. B. Epilepsie, dringend zur Impfung. In Deutschland empfiehlt die STIKO, die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts, im Bereich der neurologischen Erkrankungen bislang nur bei Vorliegen einer multiplen Sklerose zu einer Influenza-Impfung. Eine
Anpassung an die amerikanischen Vorgaben ist denkbar. (drs)

Mitteilung im Deutschen Ärzteblatt, November 2005

 

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